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Heuschnupfen: Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen?

Heuschnupfen: Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen?

Der Sommer geht zu Ende. Doch alle drängen noch nach draußen, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Natur und die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Alle? Es gibt einen immer größer werdende Anzahl Betroffener, für die die Zeit des Pollenflugs böse Nebenwirkungen bereithält. Auch jetzt, wenn der Sommer abklingt, sind die Pollen noch unterwegs. Dann jucken die Augen, die Nase läuft, teilweise treten Niesanfälle oder andere Symptome auf, die tatsächlich denen des Erkältungsschnupfens ähneln. Nur der Aufenthalt im Haus verschafft Linderung. Die Diagnose lautet: Heuschnupfen! Der Grund hierfür liegt in einer Überreaktion der Immunabwehr gegen ein Allergen, wie es zum Beispiel in Pollen verschiedener Pflanzen enthalten ist.

Inhaltsverzeichnis

Die Zahl der unter Heuschnupfen Leidenden nimmt zu
Kosten der Therapie
Kosten sonstiger Maßnahmen
Außergewöhnliche Belastungen

Die Zahl der unter Heuschnupfen Leidenden nimmt zu

Sind es im Frühjahr hauptsächlich Laubbaumpollen, so können im Sommer die Pollen von Gräsern, Roggen, Beifuß und zunehmend auch Traubenkraut zu erheblichen Beschwerden führen, die den Aufenthalt im Freien vergällen. Die Anzahl der Betroffenen nimmt ständig zu, der Grund hierfür ist nicht genau bekannt. Möglicherweise spielen veränderte Ernährungsgewohnheiten, ein geringerer Kontakt mit möglichen Allergenen im Kleinkindalter, veränderte Umweltbedingungen oder die Ausbreitung neu eingewanderter Arten eine Rolle.

Kosten der Therapie

Zunächst hilft es, den Kontakt mit den allergieauslösenden Pollen zu vermeiden. Diese Maßnahme ist jedoch oft schwer umzusetzen, weil Pollen auch in einiger Entfernung von den betreffenden Pflanzen noch durch die Luft fliegen. Dann lassen sich die Symptome mit einem Antihistaminikum bekämpfen, das verhindert, dass der Entzündungsbotenstoff Histamin seine Wirkung entfalten kann. Erforderlichenfalls kann der Betroffene auch Nasensprays, Nasenspülungen oder das entzündungshemmende Kortison anwenden. Besser ist eine ursächliche Behandlung des Heuschnupfens durch eine Hyposensibilisierung bzw. Desensibilisierung. Der Körper wird dabei an die Allergie-Substanz langsam gewöhnt, so dass sich die Beschwerden bessern. Wie immer Sie auch vorgehen: alle Krankheitskosten, die der Linderung oder Heilung dienen, aber von der Krankenkasse nicht getragen werden, können als außergewöhnliche Belastung die Steuern mindern.

Kosten sonstiger Maßnahmen

Einen ungewöhnlichen Fall hatte der BFH im Jahr 2007 zu entscheiden. Da hatte eine Tochter eine derartig schwerwiegende Allergie gegen Birkenpollen entwickelt, dass der BFH die Kosten der Entfernung einer Vielzahl von Birken vom Grundstück der Eltern als außergewöhnliche Belastungen akzeptierte (vgl. BFH-Urteil vom 15.3.2007, III R 28/06).

Außergewöhnliche Belastungen

Beim Ansatz der Kosten für die Behandlung des Heuschnupfens als außergewöhnliche Belastung ist einiges zu beachten: Je nach Familienstand und Höhe des Einkommens ist ein Anteil zwischen 1 % und 7 % der jährlichen Einkünfte als zumutbare Belastung abzuziehen, der sich steuerlich damit nicht auswirkt. Sinnvoll ist es daher, auf eine Zusammenballung der außergewöhnlichen Belastungen in einem Jahr zu achten, sofern das möglich ist. Des weiteren muss eine medizinische Heilbehandlung auch zwangsläufig sein, also im Regelfall gezielt angeordnet worden sein. Auch sind Erstattungen der Krankenkasse anzugeben und in Abzug zu bringen. Sind alle diese Umstände beachtet, ist nicht nur eine Linderung der Symptome durch eine medizinische Behandlung zu erhoffen, sondern auch eine Schonung des Geldbeutels durch eine reduzierte Steuerlast. Da bereitet die Natur wieder mehr Freude.

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