Kontakt
Deutschlandticket absetzen – So gibt‘s Geld vom Finanzamt zurück

Deutschlandticket absetzen – So gibt‘s Geld vom Finanzamt zurück

  • Teilen:

Das Deutschlandticket gehört für viele Arbeitnehmer:innen inzwischen zum Alltag. Seit der Einführung nutzen Millionen Pendler:innen Busse und Bahnen für den Arbeitsweg – oft günstiger als mit dem Auto. Doch viele stellen sich die Frage: Kann man das Deutschlandticket von der Steuer absetzen? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das Deutschlandticket in der Steuererklärung berücksichtigen, welche Besonderheiten es gibt und worauf Sie als Arbeitnehmer:in achten sollten.

Deutschlandticket absetzen – Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlandticket bei beruflich veranlasster Nutzung absetzbar
  • Wahlmöglichkeit zwischen tatsächlichen Ticketkosten oder Pendlerpauschale
  • Private Nutzung ohne steuerliche Nachteile möglich
  • Deutschlandticket als Jobticket unter folgenden Voraussetzungen
    • Es besteht ein Arbeitsverhältnis.
    • Der Zuschuss zum Ticket wird zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt.
  • Zuschüsse vom Arbeitgeber reduzieren die Pendlerpauschale.

Benötigen Sie Unterstützung?
Jetzt Beratungsstelle finden!

Inhaltsverzeichnis


Deutschlandticket absetzen – das gilt für Pendler:innen

Als Nachfolger des 9-Euro-Tickets folgte 2023 erstmalig das sogenannte Deutschlandticket als bundesweit gültiges Ticket für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr. Vor allem viele Pendler:innen nutzen das Deutschlandticket dauerhaft.

Preisentwicklung des Deutschlandtickets:

  • Ab Mai 2023: 49 Euro
  • Ab Januar 2025: 58 Euro
  • Ab Januar 2026: 63 Euro

Grundsätzlich können Sie als Pendler:in beruflich veranlasste Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen. Das gilt ebenso fürs Deutschlandticket, allerdings gibt es hier einige Besonderheiten zu beachten.

Wann kann ich mein Deutschlandticket absetzen?

Das Deutschlandticket kann oftmals steuerlich berücksichtigt werden, allerdings nur wenn Sie es auch beruflich nutzen. Das gilt für folgende Zwecke:

Wichtig: Sie können die Kosten nur geltend machen, wenn Sie das Ticket auch selbst gezahlt haben.

Pendlerpauschale oder Ticketkosten?

Für den täglichen Arbeitsweg gilt normalerweise die Entfernungs- oder Pendlerpauschale. Dabei zählt die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte – unabhängig davon, welches Verkehrsmittel genutzt wird.

Mit dem Deutschlandticket haben Sie nun zwei Möglichkeiten, wie Sie ihre Fahrtkosten geltend machen können:

  • Tatsächliche Ticketkosten von 63 Euro monatlich
  • Pendlerpauschale in Höhe von 38 Cent pro km pro Tag

Das bedeutet: Selbst wenn das Deutschlandticket günstiger ist als die errechnete Pendlerpauschale, dürfen Sie trotzdem die höhere Entfernungspauschale ansetzen. Dafür müssen Sie bestenfalls beide Möglichkeiten miteinander vergleichen.

Wichtig: Bei öffentlichen Verkehrsmitteln gilt bei der Pendlerpauschale eine Höchstgrenze von 4.500 Euro.

Rechenbeispiel:

Sie pendeln 2026 an 220 Arbeitstagen 20 Kilometer zur Arbeit:

  • Deutschlandticket: 63 Euro x 12 Monate = 756 Euro
  • Pendlerpauschale: 0,38 Euro x 20 km x 220 Tage = 1.672 Euro

Sie können also mit der Pendlerpauschale deutlich mehr Kosten geltend machen als mit dem Deutschlandticket.

Deutschlandticket privat nutzen

Das Deutschlandticket darf selbstverständlich auch privat genutzt werden. Die private Nutzung hat grundsätzlich auch keine negativen steuerlichen Auswirkungen.

Selbst wenn das Ticket für Freizeitfahrten, Wochenendausflüge oder Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands verwendet wird, bleibt die steuerliche Berücksichtigung für berufliche Fahrten möglich.

Wichtig: Das Ticket muss tatsächlich auch zu beruflichen Zwecken genutzt werden.

Besonderheit: Deutschlandticket als Jobticket

Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Beschäftigten inzwischen mit einem Zuschuss zum Deutschlandticket oder übernehmen die Kosten vollständig. In diesem Fall gelten besondere steuerliche Regelungen.

Das kann für Arbeitnehmer:innen attraktiv sein, hat aber Auswirkungen auf die Werbungskosten.

Wann gilt das Deutschlandticket als Jobticket?

Auch das Deutschlandticket kann als Jobticket gelten, wenn es vom Arbeitgeber (teilweise) finanziert wird. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt das Jobticket steuer- und sozialversicherungsfrei:

  • Es muss ein Arbeitsverhältnis bestehen.
  • Der Zuschuss wird zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt.

Das Deutschlandticket darf auch weiterhin genauso für private Zwecke genutzt werden, was es für viele Beschäftigte besonders interessant macht.

Achtung: Kürzung der Pendlerpauschale

Ein Punkt wird häufig übersehen: Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zum Deutschlandticket mindern die absetzbare Entfernungspauschale. Dadurch soll verhindert werden, dass Sie Kosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen, die Sie gar nicht selbst getragen haben.

Das bedeutet: Erhalten Sie beispielsweise einen Zuschuss zum Deutschlandticket vom Arbeitgeber, muss dieser Betrag in der Steuererklärung berücksichtigt werden und die Werbungskosten reduzieren sich entsprechend.

Ob sich ein Arbeitgeberzuschuss dennoch lohnt, hängt vom individuellen Arbeitsweg und der Höhe der Werbungskosten ab. In vielen Fällen profitieren Arbeitnehmer:innen trotzdem finanziell.

Tipp: Sparen durch Gehaltsumwandlung

Manche Arbeitgeber bieten das Deutschlandticket im Rahmen einer Gehaltsumwandlung an. Dabei wird ein Teil des Bruttogehalts gegen das Ticket eingetauscht und der Arbeitgeber versteuert diesen Anteil pauschal mit 25 %.

Damit reduziert sich zwar Ihr Bruttogehalt, was langfristig Auswirkungen auf Renten- und Sozialleistungen hat. Gleichzeitig haben Sie durch die Gehaltsumwandlung jedoch Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben, was sich auf Ihr Netto-Gehalt auswirkt.

Tipp: Prüfen Sie genau, welches Modell angeboten wird und welche Variante langfristig für Sie sinnvoller ist.

Für wen lohnt sich das Deutschlandticket steuerlich besonders?

Nicht für alle Arbeitnehmer:innen wirkt sich das Deutschlandticket steuerlich gleich stark aus. Besonders profitieren häufig Pendler:innen mit längeren Arbeitswegen oder Beschäftigte mit geringeren Mobilitätskosten.

Pendler:innen mit langem Arbeitsweg

Je länger der Arbeitsweg, desto höher fällt in der Regel die Entfernungspauschale aus. Dadurch kann die steuerliche Entlastung deutlich größer sein als die tatsächlichen Kosten des Deutschlandtickets.

Gerade für Berufspendler:innen in Ballungsräumen kann das Deutschlandticket deshalb eine besonders attraktive Kombination aus günstiger Mobilität und steuerlichem Vorteil sein.

Minijobber und Teilzeitkräfte

Auch Minijobber:innen und Teilzeitbeschäftigte können von steuerfreien Arbeitgeberleistungen wie dem Jobticket profitieren. Unter den oben beschriebenen Voraussetzungen bleibt auch hier der Zuschuss steuer- und sozialversicherungsfrei und erhöht damit effektiv das Nettogehalt.

Dadurch kann das Deutschlandticket eine attraktive Zusatzleistung für Beschäftigte mit geringem Einkommen sein.

Deutschlandticket in der Steuererklärung richtig angeben

Das Deutschlandticket wird in der Regel über die Werbungskosten in der Anlage N berücksichtigt. Maßgeblich sind dabei vor allem die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Folgende Unterlagen sollten Sie aufbewahren:

  • Nachweise über das Deutschlandticket
  • Abrechnungen oder Zuschüsse des Arbeitgebers
  • Angaben zu Arbeitstagen und Entfernung zur Arbeitsstätte

Wichtig: Erhaltene steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse müssen Sie in der Steuererklärung korrekt berücksichtigen. Häufig sind diese bereits in der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen.

FAQs zu Deutschlandticket absetzen

Kann ich das Deutschlandticket von der Steuer absetzen?

Wenn Sie das Deutschlandticket für beruflich veranlasste Zwecke nutzen, können Sie die Kosten als Werbungskosten geltend machen.

In der Regel werden aber nicht die tatsächlichen Ticketkosten angesetzt, sondern beispielsweise die Entfernungspauschale für den täglichen Arbeitsweg, da dies meistens günstiger ist.

Vorteil: Sie können das Ticket ohne steuerliche Nachteile auch privat nutzen.

Kann das Deutschlandticket auch als steuerfreies Jobticket gelten?

Ja, das Deutschlandticket kann auch als Jobticket von Ihrem Arbeitgeber bezuschuss werden. Damit dies steuerfrei bleibt müssen folgende Voraussetzungen gelten:

  • Es besteht ein Arbeitsverhältnis.
  • Der Zuschuss wird zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt.

Kann ich trotz Jobticket die Pendlerpauschale nutzen?

Ja, Sie können die Pendlerpauschale auch mit Jobticket geltend machen. Allerdings reduziert sich die Pauschale jedoch um den Betrag, den Sie als Zuschuss von Ihrem Arbeitgeber erhalten.


Benötigen Sie Unterstützung? Deutschlandweit stehen Ihnen unsere Beratungsstellen mit Rat und Tat gerne zur Seite. Im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG sind unsere Berater:innen Ihre kompetenten und persönlichen Ansprechpartner:innen rund um Ihre Einkommensteuererklärung. Finden Sie jetzt Ihre:n Steuerexperten:in vor Ort mit unserer PLZ-Suche.


Quellen:

 

Beitragsbild © Wellnhofer Designs – stock.adobe.com

  • Teilen:
Ulrich Danner

Als Vorstand und Berater ist Ulrich Danner seit vielen Jahren ein Visionär unseres Lohnsteuerhilfevereins und hat stets im Blick, wie sich unsere Weiterentwicklung zukünftig gestaltet. Sein Fokus liegt darauf, unseren Beratungsstellenleiter:innen moderne und digitale Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, um unseren Mitgliedern den besten Service bieten zu können. Dank seines Studiums mit den Schwerpunkten Steuerrecht und Marketing und seiner Affinität zur Technik ist er unser Mann für Marketing und fördert die Digitalisierung mit dem Blickwinkel des steuerlichen Beraters.