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Steuererklärung bei Studenten: Was ist absetzbar?

Steuererklärung bei Studenten: Was ist absetzbar?

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Auch als Student sollte man sich Gedanken über die eigene Steuererklärung machen, da viele Kosten von der Steuer abgesetzt werden können und man somit Steuern spart. Das ist nicht nur sinnvoll, wenn man in den Semesterferien arbeitet und bereits Einkommensteuern zahlt. Auch für Studenten ohne Arbeit oder mit Mini-Jobs haben wir einige Tipps.

Das Studentenleben hat sich deutlich geändert. Feiern und Faulenzen werden immer mehr von Fleiß und Lernen abgelöst. Die steigenden Lebenshaltungs- und Mietkosten in den Hochschulstandorten verschlechtern zunehmend die finanzielle Situation vieler Studenten. Oftmals ist BAföG allein nicht ausreichend, um die Kosten zu finanzieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie als Student Steuern sparen können.

Inhaltsverzeichnis:

 

Absetzbare Kosten für Studenten

Grundsätzlich gelten Kosten, die im Zusammenhang mit dem Studium angefallen sind, als relevant für die Steuererklärung.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Fahrtkosten,
  • Semestergebühren,
  • Prüfungsgebühren,
  • Arbeitsmittel, wie Bücher, PC und Drucker.

 

Außerdem sind

  • Verpflegungs­mehraufwendungen,
  • Zinsen für einen Kredit und
  • Miete im Rahmen eines doppelten Haushaltes absetzbar.

 

Im Rahmen der Belegvorhaltepflicht kann das Finanzamt von Ihnen den Nachweis der Zahlungen verlangen. Daher ist es ratsam, die Belege zu den Kosten immer zu sammeln und aufzuheben.

Erste Ausbildung: Kosten als Sonderausgaben

Steuerlich wird immer zwischen der ersten Ausbildung und weiteren Fort- und Weiterbildungen unterschieden. Klassischerweise ist das Bachelorstudium als erste Ausbildung und der Master als Weiterbildung anzusehen. Im ersten Fall können die angefallenen Kosten als Sonderausgaben bis zur Höhe von 6.000 Euro angesetzt werden, insofern die Ausbildung zu keinem Verdienst führt.

Das hört sich zunächst nach viel an, allerdings gehen die Sonderausgaben oft verloren. Der Grund dafür ist, dass die Kosten nur in dem entsprechenden Jahr geltend gemacht werden können, in dem sie auch gezahlt wurden. Mit einem Nebenverdienst zum Studium liegen Studenten jedoch oftmals noch unter dem Grundfreibetrag von 9.408 Euro (für 2020). Das heißt, es wird entweder gar keine Steuer erhoben oder der Student kann sich mit der Steuererklärung den vollen Betrag wieder zurückholen, weil der Grundfreibetrag nicht überschritten wurde. Aufgrund des niedrigen Einkommens können dann eben auch die Sonderausgaben nicht angerechnet werden. Besonders bitter ist das für Studenten im Bachelor, da dieses Studium in den meisten Fällen als Erstausbildung einzustufen ist.

Kosten der Fort- und Weiterbildung

Ein Master- oder Zweitstudium ist typischerweise als Fort- oder Weiterbildung anzusehen, da es sich hierbei um eine beruflich veranlasste Ausbildung nach Abschluss des ersten Studiums handelt. Die Erwerbstätigkeit steht somit im Fokus, weshalb bei nichtselbstständiger Tätigkeit alle anfallenden Kosten in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt werden können.

Im Unterschied zur ersten Ausbildung sind durch die Berücksichtigung der Kosten nun auch negative Einkünfte möglich. Dies bedeutet, dass angefallene Kosten auf nachfolgende Jahre als sogenannter Verlust übertragen werden, falls sie das vorhandene Einkommen übersteigen. Es ist möglich, dass man während des Studiums nur wenig von diesem Vorteil zu spüren bekommt. Allerdings hat er sehr erfreuliche Auswirkungen auf die Steuerlast nach Abschluss der Weiterbildung, wenn der Verdienst dann entsprechend ansteigt. Mit höherem Verdienst, erhöht sich die Steuerlast und der festgestellte Verlust wirkt sich endlich positiv aus. Denn nach Abgabe der Steuererklärung wird die Steuerlast damit verrechnet, wodurch meistens eine sehr erfreuliche Steuerrückzahlung zustande kommt.

Entscheidung von Bundesfinanzhof und Bundesverfassungsgericht

Die unterschiedliche Handhabung der Kosten wurde zunehmend kritisiert, da die Sonderausgaben deutlich geringere Auswirkungen auf die Steuerlast haben als die Werbungskosten. Der Bundesfinanzhof hat mehrere Verfahren ins Rollen gebracht, in denen der Sachverhalt bezüglich eines Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz geprüft wurde. Diese Verfahren wurden dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt.

Zunächst wurde Studierenden empfohlen, die Sachverhalte in der Steuererklärung anzugeben, die Ausbildungskosten als Werbungskosten einzutragen und die Verlustfeststellung zu beantragen. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht anders entschieden. Die unterschiedliche steuerliche Behandlung und auch die Begrenzung des Sonderausgabenabzugs auf 6.000 Euro sind somit verfassungsgemäß, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2019, 2 BvL 22/14, 2BvL 27/14, 2 BvL 26/14, 2 BvL 25/14, 2 BvL 23/14.

Bei weiteren Fragen bezüglich Ihres Studiums und der anfallenden Kosten, stehen Ihnen unsere Beratungsstellenleiter gerne zur Verfügung und beraten Sie im Rahmen der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG. Finden Sie hier eine unserer Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

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