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Wo muss ich das Krankengeld bei der Steuererklärung eintragen?

Wo muss ich das Krankengeld bei der Steuererklärung eintragen?

Wer aufgrund Krankheit längere Zeit im Krankenstand ist, erhält Krankengeld. Dieses ist in der Steuererklärung anzugeben. Doch wo müssen Sie das Krankengeld bei der Steuererklärung eintragen und was sollten Sie sonst noch zum Krankengeld wissen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Lohnfortzahlung der gesetzlichen Krankenversicherung nach mehr als sechs Wochen Krankschreibung
  • Höhe bei 70 % des Bruttogehalts beträgt, aber nicht mehr als 90 % des Nettogehalts
  • steuerfrei, jedoch mit Progressionsvorbehalt
  • Eintragung im Mantelbogen der Steuererklärung, ab 2019 auf Seite 2 Zeile 38 Kz. 120/121

Inhalt

 

Anspruch auf Krankengeld

Bei Krankheit haben Sie als Arbeitnehmer sechs Wochen lang Anspruch auf Lohnfortzahlung von Ihrem Arbeitgeber (§ 3 EntgFG). Ist Ihre Krankheit langwieriger oder müssen Sie Verletzungen länger auskurieren und sind Sie deshalb länger als sechs Wochen krankgeschrieben? Dann springt die gesetzliche Krankenversicherung ein und zahlt Ihnen Krankengeld.

Für die Auszahlung von Krankengeld müssen Sie keinen gesonderten Antrag stellen. Die Krankenkasse wird sich mit Ihnen bzw. Ihrem Arbeitgeber in Verbindung setzen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Lediglich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss Ihrer Krankenkasse vorliegen; diese müssen Sie aber ohnehin innerhalb einer Woche nach Ihrem Besuch beim Arzt an die Krankenkasse senden.

Berechnung und Höhe

Die Berechnung und Höhe von Krankengeld ist nach § 47 SGB V gesetzlich geregelt. Darin wird vorgeschrieben, dass das Krankengeld 70 % des Bruttogehalts beträgt, aber 90 % des Nettogehalts nicht übersteigen darf. Maßgebend für das Brutto- und Nettogehalt sind die Bezüge des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Von dem entsprechenden Betrag führt die Krankenkasse noch die Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. Der übrige Betrag wird Ihnen dann als Krankengeld ausgezahlt.

Steuerliche Betrachtung von Krankengeldzahlungen

Krankengeldzahlungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Progressionsvorbehalt bedeutet, dass das Krankengeld zwar grundsätzlich steuerfrei ist, aber der Steuersatz Anwendung findet, der sich ergeben würde, wenn die anderen Einkünfte und die Lohnersatzleistungen insgesamt normales Einkommen wären. Das Krankengeld müssen Sie folglich bei der Steuererklärung angeben.

Krankengeld bei der Steuererklärung eintragen

Das Krankengeld ist zwar steuerfrei, jedoch müssen Sie es in der Steuererklärung eintragen, wenn das Krankengeld mehr als 410 Euro im Jahr beträgt. Es stellt sich aber die Frage, wo genau müssen Sie das Krankengeld eintragen.

Eintragung im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung

Ab der Steuererklärung 2019 müssen Sie das Krankengeld im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung eintragen. Dort haben Sie auf Seite 2 Zeile 38 Kz. 120/121 die Möglichkeit, Einkommensersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, wie z. B. wie Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Arbeitslosengeld oder eben das bezogene Krankengeld, einzutragen.

Für frühere Steuererklärungen (z. B. 2018) ist das Krankengeld und andere Lohnersatzleistungen im Mantelbogen der Steuererklärung auf Seite 4 Zeile 96 Kz. 120/121 einzutragen. Früher konnten Arbeitnehmer auch in der Anlage N das Krankengeld angeben; hier gab es aber eine Änderung, sodass die Eintragung jetzt nur noch im Mantelbogen erfolgen kann.

Tipp: Das Bundesministerium der Finanzen bietet online unter www.formulare-bfinv.de alle Steuerformulare der Einkommensteuererklärung an. Dort finden Sie auch das Formular für den Mantelbogen:

Mantelbogen Einkommensteuererklärung 2020
Mantelbogen Einkommensteuererklärung 2019
Mantelbogen Einkommensteuererklärung 2018

Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung

Zu unterscheiden ist allerdings das Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung. Dieses ist nämlich auch steuerfrei, wird aber nicht in den Progressionsvorbehalt einbezogen (R 32b Abs. 1 Satz 3 EStR).

Nach höchstrichterlicher Entscheidung verstößt die Einbeziehung des Krankengeldes lediglich gesetzlicher Krankenkassen und nicht privater Krankenkassen in den Progressionsvorbehalt nicht gegen das Grundgesetz (BFH-Urteil vom 26.11.2008, BStBl. 2009 II S. 376).

Benötigen Sie Unterstützung? Deutschlandweit stehen Ihnen unsere Beratungsstellen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Beraterinnen und Berater sind Ihre kompetenten und persönlichen Ansprechpartner rund um Ihre Einkommensteuererklärung. Finden Sie jetzt Ihren Steuerexperten vor Ort mit unserer PLZ-Suche.

Über den Autor:
Christian Staller

Als Gründungsmitglied, Vorstand und Beratungsstellenleiter unseres Vereins weiß Christian Staller ganz genau was unsere Mitglieder und Beratungsstellenleiter:innen bewegt. Durch seine langjährige Erfahrung im Steuerbereich verfügt er über viel Fachwissen und praktische Erfahrung bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Als Vorstand überblickt er alles rund um die fachliche Kompetenz unseres Lohnsteuerhilfevereins und ist zusätzlich als Dozent im Steuerrecht tätig. Somit ist ihm die Beratungsqualität ein großes Anliegen, damit unsere Mitglieder stets von einer aktuellen und kompetenten Unterstützung profitieren können.