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Energiepreispauschale – Antworten auf die 6 wichtigsten Fragen

Energiepreispauschale – Antworten auf die 6 wichtigsten Fragen

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Im Mai 2022 hat die Bundesregierung mehrere Maßnahmen zur Entlastung der Bürger:innen verabschiedet, wozu auch die Energiepreispauschale zählt. Vor allem diese hat zu vielen Fragen in der Bevölkerung geführt. Die wichtigsten der Fragen werden wir Ihnen kurz und verständlich beantworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einmalige Zahlung in Höhe von 300 Euro
  • Ziel: finanzielle Entlastung aufgrund der hohen Energiepreise
  • Voraussetzungen: Wohnort in Deutschland und aktive Erwerbstätigkeit im Jahr 2022
  • Arbeitnehmer: Auszahlung durch den Arbeitgeber im September 2022 oder über die Steuererklärung 2022
  • NEU: Auszahlung der Pauschale an Rentner:innen im Dezember 2022
  • Grundsätzlich ist die Pauschale steuerpflichtig, Ausnahme: Minijobber:innen
  • Keine Abgabepflicht für die Steuererklärung 2022 wegen der Pauschale

 

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Inhaltsverzeichnis:


Was ist die Energiepreispauschale?

Die Energiepreispauschale wurde als Entlastungsmaßnahme zusammen mit einigen anderen Maßnahmen im Steuerentlastungsgesetz beschlossen. Es handelt sich dabei um eine einmalige Zahlung in Höhe von 300 Euro.

Das Ziel der Pauschale ist es, diejenigen zu entlasten, denen hohe Fahrtkosten in Zusammenhang mit ihrer Arbeit entstehen. Dadurch soll die starke Belastung aufgrund der aktuellen Energiepreisentwicklung abgemildert werden.

Lesen Sie hier nach, welche weiteren Maßnahmen im Steuerentlastungsgesetz beschlossen wurden: „Energiepreise und geplante (steuerliche) Entlastung der Bevölkerung“

Wer hat Anspruch auf die Energiepreispauschale?

Sie haben Anspruch auf die Energiepreispauschale, wenn Sie während des Jahres 2022 zumindest teilweise in Deutschland wohnen oder gewohnt haben und im gleichen Jahr Einkünfte aus einer der folgenden Einkunftsarten hatten:

  • Einkünfte als Arbeitnehmer:in aus einer aktiven Beschäftigung
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

Entscheidend ist die aktive Erwerbstätigkeit. Das bedeutet, dass Sie auch als Renter:in die Energiepreispauschale beziehen können, wenn Sie beispielsweise einen Minijob ausüben.

Hinweis: Einkünfte aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage zählen zu den gewerblichen Einkünften. Nutzen Sie jedoch die einkommensteuerliche Vereinfachungsregel, liegen wiederum keine gewerblichen Einkünfte vor.

Welche Arbeitnehmer:innen haben Anspruch auf die Energiepreispauschale?

Das Bundesfinanzministerium hat die Anspruchsberechtigung für Arbeitnehmer:innen nochmal konkretisiert und eine detailliertere Auflistung veröffentlicht.

Maßgeblich ist das Beschäftigungsverhältnis zum 1. September 2022. Der Arbeitgeber zahlt die Pauschale aus, bei welchem der oder die Arbeitnehmer:in am 1. September 2022 beschäftigt ist. Haben Sie beispielsweise das Dienstverhältnis zum 16. September 2022 gewechselt, erhalten Sie die Pauschale vom bisherigen Arbeitgeber.

Unter anderem zählen diese Personengruppen zu den anspruchsberechtigten Arbeitnehmer:innen:

  • Arbeiter:innen, Angestellte, Auszubildende, Beamte:innen, Richter:innen, Soldaten:innen
  • Werkstudenten:innen und Studenten:innen im entgeltlichen Praktikum
  • kurzfristig und geringfügig Beschäftigte mit Minijob sowie Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft, unabhängig von der Art des Lohnsteuerabzugs (pauschale Lohnsteuer oder individuelle Lohnsteuer)
  • Übungsleiter:innen oder ehrenamtlich Tätige mit ausschließlich steuerfreiem Lohn
  • im Inland unbeschränkt steuerpflichtige Grenzpendler:innen und Grenzgänger:innen
  • Arbeitnehmer:innen mit einem aktiven Dienstverhältnis, die Lohnersatzleistungen beziehen (Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, usw.).

Lesen Sie hier die vollständige Aufzählung des Bundesfinanzministeriums.

Achtung: Wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen, besteht für Sie kein aktives Dienstverhältnis und damit auch kein Anspruch auf die Energiepreispauschale.

Haben Rentner:innen Anspruch auf die Energiepreispauschale?

Da auch Rentner:innen und Beamtenpensionäre:innen von den hohen Energiepreisen betroffen sind, hat der Bundestag erfreulicherweise eine Auszahlung an Rentner:innen und Bezieher:innen von Versorgungsbezügen entschieden.

Hinweis: Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind Sie als Rentner:in sogar doppelt begünstigt, wenn Sie als Erwerbstätige:r bzw. Empfänger:in von Sozialleistungen bereits die Pauschale erhalten haben, da ein Dienstverhältnis im September 2022 bestand und anschließend als Rentner:in ebenfalls eine Auszahlung erfolgte.

Sie erhalten die Energiepreispauschale, wenn Sie am 01. Dezember 2022 Anspruch auf eine der folgenden Bezüge haben:

  • Altersrente,
  • Erwerbsminderungsrente oder
  • Hinterbliebenenrente der gesetzlichen Rentenversicherung oder
  • Versorgungsbezüge nach dem Beamten- oder dem Soldatenversorgungsgesetz

Ausbezahlt wird die Pauschale über die jeweilige Rentenzahlstelle. Beziehen Sie mehrere Renten (z. B. Altersrente und Witwenrente), erhalten Sie die Pauschale nur einmalig.

Achtung: Als Bezieher:in der gesetzlichen Unfallversicherung und Rentner:innen der berufsständischen Versorgungswerke sind Sie nicht anspruchsberechtigt.

Haben Sie einen Wohnsitz in Deutschland, erhalten aber eine Rente aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, erhalten Sie ebenfalls die Energiepreispauschale. Hierfür ist jedoch in der Zeit vom 9. Januar bis 30. Juni 2023 ein Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, 44781 Bochum zu stellen.

Lesen Sie hier weitere ausführende Informationen zur Pauschale bei Rentner:innen.

Wann und wie wird die Energiepreispauschale ausgezahlt?

Arbeitnehmer:innen

Für Sie als Arbeitnehmer:in erfolgte die Auszahlung der Energiepreispauschale wahrscheinlich bereits im September 2022. Die Pauschale hat Ihr Arbeitgeber zusammen mit Ihrem üblichen Gehalt von Ihrem Arbeitgeber ausgezahlt. Muss Ihr Arbeitgeber die Lohnsteueranmeldung nur vierteljährlich abgeben, kann die Energiepreispauschale abweichend auch erst im Oktober ausgezahlt werden.

Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen diese Vorgehensweise nicht so umgesetzt wird. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie Grenzpendler:in oder Grenzgänger:in mit Wohnsitz im Inland sind. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf die Energiepreispauschale, erhalten diese aber nicht von Ihrem ausländischen Arbeitgeber ausbezahlt.

Tipp: Sie erhalten Ihre Energiepreispauschale ganz einfach mit Ihrer Steuererklärung 2022. Vergessen Sie also nicht, diese abzugeben!

Beispiel:

Sie sind Arbeitnehmer:in mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen und arbeiten in den Niederlanden. Ihr Arbeitslohn ist in den Niederlanden steuerpflichtig und in Deutschland steuerfrei. Dennoch erhalten Sie die Energiepreispauschale mit Abgabe der Steuererklärung

Minijobber:innen

Sind Sie Minijobber:in oder üben eine kurzfristige Beschäftigung aus, hat Ihr Arbeitgeber Ihnen die Pauschale entweder im Rahmen der Beschäftigung ausbezahlt oder aber Sie können die Pauschale im Rahmen der Einkommensteuererklärung beantragen.

Erfolgt eine Auszahlung im Rahmen Ihrer geringfügigen Beschäftigung, müssen Sie dem Arbeitgeber bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

Achtung: Sie erhalten die Pauschale nur einmalig. Üben Sie gleichzeitig auch eine Angestelltentätigkeit aus, erhalten Sie die Pauschale über ihr Hauptdienstverhältnis. Es besteht für Sie kein Wahlrecht.

Rentner:innen

Die Energiepreispauschale müssen Sie nicht bei Ihrer Rentenzahlstelle beantragen. Die Auszahlung erfolgt automatisch. Die Auszahlung soll durch die Rentenzahlstellen bis spätestens zum 15. Dezember 2022 erfolgen.

Achtung: Erhalten Sie erstmals Ende Dezember 2022 eine Rente, wird Ihnen die Energiepreispauschale in der Regel erst zum zweiten Auszahlungstermin ausbezahlt. Dies soll zu Beginn des Jahres 2023 sein.

Welche steuerlichen Auswirkungen hat die Energiepreispauschale?

Arbeitnehmer:innen

Die Energiepreispauschale zählt zu den sonstigen Bezügen und damit zum Arbeitslohn. Sie ist lohnsteuerpflichtig und  der Auszahlungsbetrag wird zusammen mit Ihrem Gehalt versteuert. Ihre Lohnsteuerbescheinigung muss der Arbeitgeber mit dem Großbuchstaben „G“ kennzeichnen. Zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge fallen jedoch nicht an.

In der Einkommensteuerveranlagung wird die Pauschale weder festgesetzt noch angerechnet. Sie müssen keine Eintragungen vornehmen.

Falls Sie Ihre Pauschale erst über die Steuererklärung erhalten, da Sie beispielsweise

  • zum 1. September 2022 noch in keinem Beschäftigungsverhältnis standen,
  • Ihr Arbeitgeber nicht zur Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen verpflichtet ist,
  • Am 1. September 2022 kein Arbeitsverhältnis mehr vorlag, aber davor,
  • Grenzpendler:in oder Grenzgänger:in mit Wohnsitz im Inland sind,

so wird die Energiepreispauschale automatisch in Ihrer Einkommensteuererklärung berücksichtigt.

Hinweis: In der Einkommensteuererklärung müssen Sie keinen Antrag zur Festsetzung der Energiepreispauschale stellen. Die Berücksichtigung erfolgt automatisch.

Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung entsteht durch die Energiepreispauschale nicht – auch nicht bei Auszahlung durch den Arbeitgeber. Nichtdestotrotz empfehlen wir Ihnen, die Erklärung 2022 abzugeben, um sich den Zuschuss nicht entgehen zu lassen. Die Energiepreispauschale mindert nämlich Ihre Einkommensteuerzahlung bzw. erhöht Ihre Erstattung, indem Sie von der festzusetzenden Steuer abgezogen wird.

Leider bleiben Ihnen aufgrund der Steuerpflicht in vielen Fällen nicht die vollen 300 Euro zur Verfügung. Das Bundesfinanzministerium begründet darin die soziale Gestaltung der Entlastungsmaßnahme. Wer also wenig verdient und wenig Steuern zahlt, wird stärker entlastet als jemand mit hohem Einkommen, da die erhöhten Energiepreise für diese Personengruppe ohnehin eine geringere Belastung darstellen.

Minijobber:innen

Wenn Sie nur eine kurzfristige oder geringfügige Beschäftigung ausüben und auch ansonsten keine zu versteuernden Einkünfte haben, erhalten Sie die Energiepreispauschale steuerfrei. Es wird auch keine pauschale Steuer einbehalten, wie beim Minijob-Gehalt.

Haben Sie im Jahr 2022 noch weitere Einkünfte bezogen, wird die Energiepreispauschale allerdings dem Arbeitslohn bzw. den anderen Einnahmen hinzugerechnet und die Pauschale ist nicht zu 100 % steuerfrei.

Hinweis: Die finalen Formulare zur Steuererklärung 2022 wurden bisher noch nicht veröffentlicht. In der Steuererklärung müssen Sie voraussichtlich in der sogenannten Anlage „Sonstiges“ Angaben zur Energiepreispauschale bei pauschal besteuertem Arbeitslohn vornehmen.

Rentner:innen

Die Energiepreispauschale unterliegt auch bei Rentner:innen der Steuerpflicht. Eine klare gesetzliche Regelung hat die Bundesregierung bisher noch nicht geschaffen.

Die Besteuerung hängt von den individuellen Verhältnissen des Einzelfalles ab – ob es bei Ihnen zu einer höheren Steuer oder ob diese überhaupt zu einer Steuerfestsetzung führt, ist abzuwarten.

Möglicherweise kann die Energiepreispauschale gegebenenfalls zu einer Abgabeverpflichtung der Einkommensteuererklärung führen, wenn die Einkünfte inklusive der Energiepreispauschale den Grundfreibetrag überschreiten.

Erfahren Sie hier mehr über die Abgabeverpflichtung als Rentner:in.


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Quellenangaben: 

Beitragsbild © Savvapanf Photo – stock.adobe.com

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Christian Staller

Als Gründungsmitglied, Vorstand und Beratungsstellenleiter unseres Vereins weiß Christian Staller ganz genau was unsere Mitglieder und Beratungsstellenleiter:innen bewegt. Durch seine langjährige Erfahrung im Steuerbereich verfügt er über viel Fachwissen und praktische Erfahrung bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Als Vorstand überblickt er alles rund um die fachliche Kompetenz unseres Lohnsteuerhilfevereins und ist zusätzlich als Dozent im Steuerrecht tätig. Somit ist ihm die Beratungsqualität ein großes Anliegen, damit unsere Mitglieder stets von einer aktuellen und kompetenten Unterstützung profitieren können.