Beratungsstelle suchen
Beratungsstelle suchen
FAQ Homeoffice-Pauschale: Die wichtigsten Fragen & Antworten

FAQ Homeoffice-Pauschale: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Seit der Corona-Pandemie befinden sich viele Arbeitnehmer:innen im Homeoffice und können die hierfür entstehenden Kosten nun mit der Homeoffice-Pauschale bei der Steuererklärung absetzen. Die wichtigsten und häufigsten Fragen zur Homeoffice-Pauschale haben wir zusammengefasst und für Sie beantwortet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Homeoffice-Pauschale beträgt 5 Euro pro Tag, maximal 600 Euro im Jahr
  • Keine besonderen Anforderungen an den Arbeitsplatz
  • Nur für ausschließliche Tage im Homeoffice
  • Im Arbeitnehmerpauschbetrag enthalten
  • Nachweis der Tage im Homeoffice auf Nachfrage nötig

Inhaltsverzeichnis:


Warum gibt es die Homeoffice-Pauschale? 

Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich viele Arbeitgeber dazu entschlossen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, um so Kontakte zwischen den Kollegen:innen zu reduzieren und die Verbreitung des Virus zu vermeiden. Dadurch entstehen dem/der Arbeitnehmer:in jedoch Kosten wie z. B. für Strom oder Heizung. In vielen Fällen erfüllt aber der Arbeitsplatz im eigenen Zuhause nicht die Voraussetzungen eines häuslichen Arbeitszimmers, sodass die anfallenden Kosten bis zuletzt nicht steuerlich berücksichtigt werden konnten. Damit Betroffene ohne Vorliegen eines häuslichen Arbeitszimmers i.S.d. Gesetzes nun die angefallenen Kosten bei der Steuererklärung ansetzen können, hat der Gesetzgeber im Dezember 2020 die Homeoffice-Pauschale beschlossen.

Wie hoch ist die Homeoffice-Pauschale?

Für jeden Tag, an dem Sie ausschließlich im Homeoffice gearbeitet haben, dürfen Sie 5 Euro ansetzen. Allerdings ist nur ein maximaler Betrag von 600 Euro im Jahr absetzbar, was insgesamt 120 Tagen entspricht. Jeder weitere Tag im Homeoffice wird nicht berücksichtigt.

Welche Voraussetzungen müssen für die Homeoffice-Pauschale erfüllt werden? 

Im Gegensatz zu den vielen Vorgaben, die Sie für den Steuerabzug bei einem häuslichen Arbeitszimmer erfüllen müssen, gelten für die Homeoffice-Pauschale keine strengen Voraussetzungen. Der Arbeitsplatz kann sich auch am Esstisch, im Wohnzimmer oder in einer separaten Arbeitsecke befinden.

Außerdem kann die Homeoffice-Pauschale auch genutzt werden, wenn Sie freiwillig von zu Hause arbeiten. Sie müssen lediglich den gesamten Arbeitstag im Homeoffice verbracht haben. Fahren Sie an einem Tag zum Büro des Arbeitgebers und sind Sie an diesem Tag zusätzlich in der häuslichen Wohnung tätig, wird die Pauschale von 5 Euro nicht gewährt. Für einen Kalendertag kann entweder der Pauschbetrag von 5 Euro oder die Entfernungspauschale (= Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte) berücksichtigt werden. Ein gleichzeitiger Ansatz beider Kosten ist nicht möglich.

Vervielfacht sich die Homeoffice-Pauschale bei verschiedenen beruflichen Tätigkeiten? 

Nein, der Betrag von 600 Euro wird nicht tätigkeitsbezogen vervielfacht, denn die Homeoffice-Pauschale steht jedem Steuerpflichtigen nur einmal zu. Üben Sie also verschiedene betriebliche oder berufliche Tätigkeiten aus, ist ein Ansatz der Pauschale je Tätigkeit ausgeschlossen. Die Pauschale ist somit auf die verschiedenen Tätigkeiten aufzuteilen.

Brauche ich einen Nachweis für die Homeoffice-Tage, um die Pauschale absetzen zu können?

Grundsätzlich müssen Sie keinen Nachweis mit Ihrer Steuererklärung beim Finanzamt einreichen, allerdings gilt die Belegvorhaltepflicht. Wenn also im Nachgang ein Nachweis vom Finanzamt gefordert wird, müssen Sie Ihre Arbeit im Homeoffice glaubhaft machen. Dafür haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Auflistung Ihrer Arbeitstage, mit dem Vermerk des jeweiligen Arbeitsplatzes:
    ► Für die Tage im Homeoffice können Sie die Homeoffice-Pauschale ansetzen, für die Tage im Büro die Entfernungspauschale.

Wie lange gilt die Homeoffice-Pauschale? 

Die Pauschale wurde in Zusammenhang mit den Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen und soll Arbeitnehmer:innen unterstützen, die im Zuge dessen vermehrt von zu Hause arbeiten und die Voraussetzungen eines häuslichen Arbeitszimmers i.S.d. Gesetzes nicht erfüllen. Aufgrund dessen ist die Pauschale zunächst auf die Jahre 2020 und 2021 beschränkt.

Muss ich die Homeoffice-Pauschale beantragen?

Nein, die Pauschale muss nicht extra beantragt werden. Es handelt sich hierbei um Werbungskosten, die Sie in Ihrer Steuererklärung angeben müssen.

Wo muss ich die Homeoffice-Pauschale in der Steuererklärung eintragen? 

Die Homeoffice-Pauschale müssen Sie bei der Steuererklärung in Anlage N, Zeile 44 eintragen.

Kann ich die Homeoffice-Pauschale unabhängig vom Arbeitnehmerpauschbetrag geltend machen?

Leider nein. Die Homeoffice-Pauschale können Sie nur geltend machen, wenn die Summer Ihrer Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro übersteigt. Wenn Sie also überlegen, berufliche Anschaffungen zu tätigen, wie den Kauf neuer Büromöbel oder eines Laptops, dann sollten Sie dies noch im Jahr 2021 tun, um die Homeoffice-Pauschale vollständig nutzen zu können.

Kann ich die Homeoffice-Pauschale auch im Rahmen einer Aus- und Weiterbildung berücksichtigen?

Befinden Sie sich in Aus- oder Weiterbildung (z. B. Studium) können Sie die Pauschale von 5 Euro je Kalendertag ebenfalls in Anspruch nehmen. Liegt eine Erstausbildung vor, stellt die Pauschale keine Werbungskosten dar, sondern diese ist im Rahmen der Sonderausgaben zu berücksichtigen.

Welche weiteren Kosten Sie im Homeoffice absetzen können und welche Regelungen für das häusliche Arbeitszimmer gelten, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: „Homeoffice und häusliches Arbeitszimmer – Welche steuerlichen Regelungen gelten während der Corona-Krise?“


Benötigen Sie Unterstützung? Deutschlandweit stehen Ihnen unsere Beratungsstellen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Beraterinnen und Berater sind Ihre kompetenten und persönlichen Ansprechpartner:innen rund um Ihre Einkommensteuererklärung. Finden Sie jetzt Ihre:n Steuerexperten:in vor Ort mit unserer PLZ-Suche.

Über den Autor:
Lena Freiberger

Unsere Steuerexpertin Lena Freiberger behält in unserem Verein den Überblick über alle steuerlichen Themen und die neuesten Änderungen der Steuergesetze. Nach Abschluss Ihres Studiums mit dem Schwerpunkt Steuern und Wirtschaftsprüfung war sie bei einer der Big Four Gesellschaften tätig. Nun steht sie als Leitung des Steuerservice unseren Beratungsstellen vor allem bei komplexen steuerlichen Anfragen stets mit ihrer Expertise zur Seite. Mit ihrer Leidenschaft zum Steuerrecht begeistert sie auch als Dozentin unsere Berater:innen in unseren Seminaren und gibt ihnen umfangreiches Wissen an die Hand, somit ebnet sie den Weg zur erfolgreichen Beratung der Mitglieder unseres Lohnsteuerhilfevereins.