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Wie kann ich mein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen?

Wie kann ich mein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen?

Das häusliche Arbeitszimmer ist aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken: Es spart Fahrtwege und Zeit, Familie und Arbeit lassen sich leichter vereinbaren und viele Berufe sind, ohne gar nicht auszuführen. Allerdings fallen dafür auch einige Kosten an, die Sie unter bestimmten Bedingungen als häusliches Arbeitszimmer bei der Steuererklärung absetzen können. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Voraussetzungen für das Arbeitszimmer: abgetrennter Raum, ausschließlich berufliche Nutzung
  • unbegrenzter Abzug: Arbeitszimmer ist Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit
  • begrenzter Abzug (1.250 Euro): Arbeitszimmer ist nicht Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, aber es steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung
  • Absetzbare Kosten: Miete, Strom, Heizung, Versicherung, Reparaturen, Grundsteuer, Müllabfuhr, Renovierung, Ausstattung etc. (ggf. anteilig im Verhältnis der Fläche des Zimmers zur Gesamtfläche)
  • Bei gemeinsamer Nutzung von Ehepaaren gilt personenbezogene Berücksichtigung

 

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Inhalt:


Voraussetzungen für das häusliche Arbeitszimmer

Die moderne Arbeitswelt und ihre Arbeitskonzepte werden immer flexibler. Moderne Kommunikationsmittel erlauben das Arbeiten von überall, weshalb es oftmals nicht mehr zwingend erforderlich ist, täglich ins Büro zu kommen. Natürlich benötigen die Mitarbeiter:innen dann auch zu Hause einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer mit der notwendigen Ausstattung.

Doch Vorsicht: Nur weil Sie mit Ihrem Arbeitgeber beschlossen haben, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten und für diesen Zweck einen Arbeitsplatz eingerichtet haben, bedeutet dies nicht unbedingt, dass Sie die Kosten auch steuerlich berücksichtigen können. Die angefallenen Kosten für dieses häusliche Arbeitszimmer können Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Räumliche Gestaltung

Ein häusliches Arbeitszimmer muss sich innerhalb des privaten Wohnraums befinden. Jedoch darf der Arbeitsplatz nicht in einer Wohnzimmerecke eingerichtet sein, es muss sich unbedingt um einen separaten, abgetrennten Raum handeln. Dieser dient der Erzielung von Einnahmen und muss auch dementsprechend eingerichtet sein. Folglich hat beispielsweise ein Gästebett nichts in diesem Arbeitszimmer verloren.

Keine private Nutzung

Der Raum muss für gedankliche, schriftliche, organisatorische Arbeiten genutzt werden. Die private Nutzung des Raums darf maximal zehn Prozent betragen. Ein „Nutzungszeitenbuch“ hat gemäß dem BFH keinen Beweiswert, da ein Abgleich mit anderen Informationen nicht erfolgen kann. Demzufolge ist das „Nutzungszeitenbuch“ kein geeigneter Nachweis.

Erfahrungsgemäß fordern Finanzämter Skizzen oder Fotos über die Einrichtung des Arbeitszimmers an, um so zu prüfen, ob die private Nutzung überwiegt.

Begrenzter und unbegrenzter Abzug

Wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit darstellt und Ihnen kein anderer Arbeitsplatz im Betrieb des Arbeitgebers zur Verfügung steht, ist ein unbegrenzter Abzug der Kosten möglich. Das bedeutet, dass Sie alle angefallenen Kosten abziehen können.

Wenn das Arbeitszimmer zwar nicht Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit, für die Ausübung Ihres Berufs aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und somit unverzichtbar ist, dann beteiligt sich das Finanzamt nur begrenzt an den Kosten für das häusliche Arbeitszimmer. So können Sie in der Steuererklärung max. Kosten in Höhe von 1.250 Euro ansetzen.

Als Beispiel hierfür kann man den Beruf des:r Lehrers:in anführen. Bei Lehrer:innen liegt der Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit zwar in der Schule, dort steht ihnen aber im Regelfall kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Das häusliche Arbeitszimmer ist folglich aber notwendig, um Korrekturarbeiten und Unterrichtsvorbereitung zu erledigen.

Steht Ihnen ein anderer Arbeitsplatz im Betrieb des Arbeitgebers zur Verfügung, entfällt in jedem Fall der Ansatz der Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass mehr Menschen ins Homeoffice gewechselt haben und nun von zu Hause aus arbeiten. Falls das auch bei Ihnen der Fall ist, können Sie in den folgenden Blogbeiträgen alle wichtigen Informationen nachlesen:

Absetzbare Kosten des Arbeitszimmers

Grundsätzlich können Sie alle im Zusammenhang mit dem Raum stehenden Kosten beim Arbeitszimmer absetzen. Dazu gehören z. B. folgende Kosten:

  • Miete
  • Strom
  • Heizung
  • Versicherungen
  • Reparaturen
  • Müllabfuhr
  • Grundsteuer
  • Renovierung

 

Der Abzug erfolgt entsprechend dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Kosten, die ausschließlich das Arbeitszimmer betreffen, wie z. B. Renovierungs- und Ausstattungskosten, können Sie jedoch auch vollständig abziehen und somit Steuern sparen.

► Download: Berechnungsbogen | Häusliches Arbeitszimmer (PDF)

Erfreulich: Arbeitsbedingte Zimmereinrichtungen, wie z. B. der Schreibtisch, der Aktenschrank und PC oder Laptop, müssen weniger strenge Voraussetzungen erfüllen, um steuerlich berücksichtigt zu werden. Soweit Sie diese beruflich nutzen, sind solche Arbeitsmittel insgesamt und unabhängig vom Vorliegen eines häuslichen Arbeitszimmers i. S. d. Gesetzes abzugsfähig.

Digitale Wirtschaftsgüter sind nun bereits im Jahr des Kaufs sofort abzugsfähig.  Mehr dazu hier: „Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter: Nutzungsdauer von Hardware und Software auf ein Jahr verkürzt“.

Gemeinsame Nutzung durch Ehepaare

Sofern Sie und Ihr:e Ehepartner:in ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen und Ihnen das Haus oder die Wohnung ebenfalls gemeinsam gehört, können Sie beide den beschränkten Abzug geltend machen. Voraussetzung ist allerdings, dass auch alle weiteren Kriterien erfüllt werden.

Die Höchstbetragsgrenze kann nunmehr also personenbezogen angewendet werden. Beide Ehepartner:innen können jeweils den Höchstbetrag bis zu 1.250 Euro pro Jahr bei ihrer Steuer ansetzen. Dies ist damit doppelt so viel und ergibt einen deutlichen Steuervorteil.


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Über den Autor:
Lena Freiberger

Unsere Steuerexpertin Lena Freiberger behält in unserem Verein den Überblick über alle steuerlichen Themen und die neuesten Änderungen der Steuergesetze. Nach Abschluss Ihres Studiums mit dem Schwerpunkt Steuern und Wirtschaftsprüfung war sie bei einer der Big Four Gesellschaften tätig. Nun steht sie als Leitung des Steuerservice unseren Beratungsstellen vor allem bei komplexen steuerlichen Anfragen stets mit ihrer Expertise zur Seite. Mit ihrer Leidenschaft zum Steuerrecht begeistert sie auch als Dozentin unsere Berater:innen in unseren Seminaren und gibt ihnen umfangreiches Wissen an die Hand, somit ebnet sie den Weg zur erfolgreichen Beratung der Mitglieder unseres Lohnsteuerhilfevereins.