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Steueränderungen für 2022 – Das erwartet Sie!

Steueränderungen für 2022 – Das erwartet Sie!

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Wie jedes Jahr treten auch für 2022 wieder zahlreiche Steueränderungen in Kraft. In unserem Blogbeitrag möchten wir Sie schon frühzeitig darüber informieren, mit welchen Änderungen Sie besonders als Arbeitnehmer:in, Familie oder Rentner:in rechnen müssen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vereinfachung der steuerlichen Pflichten durch Digitalisierung
  • Neue Regelungen für gemeinnützige Organisationen
  • Erhöhung des Grundfreibetrags auf 10.347 Euro
  • Größere Attraktivität für Pflegeberufe: Steuerbefreiungen, Steuerfreiheit des Pflegebonus bis 4.500 Euro
  • Verlängerung der Homeoffice-Pauschale bis zum 31.12.2022
  • Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer auf 0,35 €/km bis 31.12.2023 und auf 0,38 €/km bis 31.12.2026
  • Stärkerer Blick auf alle Familienformen hinsichtlich partnerschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit
  • Umsetzung des Alterseinkünftegesetzes zur Vermeidung der doppelten Besteuerung von Renten
  • Verlängerung der Abgabefristen der Steuererklärung bei steuerlicher Vertretung

 

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Inhaltsverzeichnis:


Update vom 19.05.2022: Der Bundestag hat das Vierte Corona-Steuerhilfegesetz verabschiedet:

  • Verlängerung der Abgabefristen der Steuererklärungen bei steuerlicher Vertretung.
    Mehr Infos
  • Erhöhung des steuerfreien Pflegebonus auf 4.500 Euro für einen Auszahlungszeitraum vom bis zum
  • Verlängerung der Homeoffice-Pauschale bis zum 31.12.2022
  • Verlängerung der steuerlichen Förderung der steuerfreien Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld bis zum 30.06.2022

Der Bundesrat muss dem Gesetz nun noch zustimmen.


Update vom 16.03.2022: Die Bundesregierung hat rückwirkend zum 01.01.2022 das Steuerentlastungsgesetz 2022 beschlossen:

  • Erhöhung der Werbungskostenpauschale auf 1.200 Euro
  • Erhöhung des Grundfreibetrags auf 10.347 Euro
  • Erhöhung der Entfernungspauschale für Fernpendler auf 0,38 Euro ab dem 21. Kilometer

Steuerpläne aus dem Koalitionsvertrag vom 24.11.2021

Der Regierungswechsel hat nunmehr einige geplante grundlegendere Änderung der Steuergesetze für das kommende Jahr zur Folge. Dies lässt sich dem Koalitionsvertrag der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP entnehmen, der am 24.11.2021 vorgestellt wurde. Die neue Bundesregierung will das Steuersystem vereinfachen, dazu sollen die Digitalisierung und Entbürokratisierung der Steuerverwaltung vorangetrieben werden.

Allgemeine Pläne zu Steuern, Besteuerung und Steuererklärung

  • Durch digitale Verfahren soll die Erfüllung der steuerlichen Pflichten für die Bürger:innen erleichtert werden, wie zum Beispiel durch vorausgefüllte Steuererklärungen. Die Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens soll weiter vorangetrieben werden und steuerliche Regelungen sollen grundsätzlich auch digital umsetzbar werden. Insbesondere soll die gesamte Interaktion zwischen Steuerpflichtigen und Finanzverwaltung digital ermöglicht werden.
  • Der Sparerfreibetrag wird auf 1.000 Euro bzw. 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung angehoben. Diese Änderung tritt allerdings erst ab dem Jahr 2023 in Kraft

Steuerpläne für gemeinnützige Organisationen

Für gemeinnützige Organisationen ändert sich ab dem kommenden Jahr einiges aus steuerrechtlicher Sicht:

  • Gemeinnützige Organisationen dürfen sich nunmehr innerhalb ihrer steuerbegünstigten Zwecke auch politisch betätigen und gelegentlich zu tagespolitischen Themen Stellung nehmen, ohne ihre Gemeinnützigkeit zu gefährden.
  • Gleichzeitig werden Transparenzpflichten ausgeweitet und die Verpflichtung zur Offenlegung der Spendenstruktur und Finanzierung ab dem kommenden Jahr eingeführt.
  • Steuerrechtliche Hürden für Sachspenden an gemeinnützige Organisationen sollen durch eine rechtssichere, bürokratiearme und einfache Regelung beseitigt werden, um so die Vernichtung von Waren zu verhindern.

Steuerpläne für Arbeitnehmer:innen

Gerade bei den Arbeitnehmer:innen verteilen sich die Änderungen für das Steuerjahr 2022 auf viele unterschiedliche Sachverhalte:

  • Der Grundfreibetrag steigt von 9.744 Euro auf 9.984 Euro. Dieser Teil des Einkommens wird für jede:n Steuerpflichtige:n steuerfrei belassen. Der Unterhaltshöchstbetrag steigt in gleicher Weise und beträgt 2022 ebenfalls 9.984 Euro.
  • Pflegeberufe sollen attraktiver gemacht werden, etwa mit Steuerbefreiung von Zuschlägen und einer Anhebung der Steuerfreiheit des Pflegebonus auf 3.000 Euro.
  • Verlängerung der steuerlichen Regelung des Homeoffice für Arbeitnehmer:innen bis zum 31.12.2022. Sie können also auch 2022 für 120 Tage eine Pauschale in Höhe von 5 Euro ansetzen. Somit können Sie maximal 600 Euro bei Ihrer Steuererklärung berücksichtigen.

Einen Überblick über die Homeoffice-Pauschale können Sie sich hier machen: FAQ Homeoffice-Pauschale: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Steuerpläne für Pendler:innen:

Für Fernpendler, die einen weiteren Weg zur Arbeit zurücklegen, erhöht sich die Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer auf dem Weg von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte:

  • ab 1.1.2021 bis 31.12.2023 von 0,30 Euro/km auf 0,35 Euro/km,
  • ab 1.1.2024 bis 31.12.2026 von 0,35 Euro/km auf 0,38 Euro/km.

Erfreulich: Das gilt ebenso für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung.

Die Regeln zur Entfernungspauschale bleiben unverändert. Auch die ab dem 21. Entfernungskilometer höhere Entfernungspauschale gilt grundsätzlich unabhängig davon, welches Verkehrsmittel Sie benutzen. Der Höchstbetrag (vor allem für Bahnfahrer:innen) beträgt weiterhin 4.500 Euro jährlich, soweit kein Pkw für die Fahrt zur Arbeit benutzt wird. Ist Ihre erste Tätigkeitsstätte weniger als 21 Kilometer von Ihrer Wohnung entfernt, ändert sich für Sie aber nichts.

Außerdem soll die bestehende Besserstellung von Plug-In-Hybridfahrzeugen bei der sogenannten Dienstwagenbesteuerung für neu zugelassene Fahrzeuge stärker auf die rein elektrische Fahrleistung ausgerichtet werden. Wird das Fahrzeug nicht überwiegend im elektrischen Fahrbetrieb genutzt oder der rein elektrische Fahranteil nicht nachgewiesen, entfällt der Vorteil und die Nutzung des Dienstwagens wird wieder mit der 1%-Regelung besteuert.

Steuer-Tipp: Als Pendler:in können Sie noch mehr Kosten bei Ihrer Steuererklärung berücksichtigen – Eine praktische Übersicht finden Sie hier:  Pendlerpauschale, Kfz-Versicherung, Unfallkosten: Was können Pendler:innen von der Steuer absetzen?

Steuerpläne für Familien

In der Steuerpolitik für Familien sind nur zwei Änderungen vorgesehen:

  • Die Familienbesteuerung soll weiterentwickelt werden, sodass die partnerschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Unabhängigkeit mit Blick auf alle Familienformen gestärkt werden. So soll die Kombination aus den Steuerklassen III und V in das Faktorverfahren der Steuerklasse IV überführt werden.
  • Erhöhung des Ausbildungsfreibetrags von 924 auf 1.200 Euro.

Steuerpläne für (zukünftige) Rentner:innen

Die Änderungen für Rentner:innen beziehen hauptsächlich auf das Thema der doppelten Rentenbesteuerung. Das BFH-Urteils zum Alterseinkünftegesetz soll um gesetzt und die doppelte Rentenbesteuerung auch in Zukunft vermieden werden. Dafür soll der Vollabzug der Rentenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben bereits ab 2023 erfolgen. Nach dem bisherigen Stufenplan war dies erst ab 2025 vorgesehen. Zudem soll der steuerpflichtige Rentenanteil ab 2023 nur noch um einen halben Prozentpunkt steigen. Eine Vollbesteuerung der Renten wird damit erst ab dem Jahr 2060 bewirkt.

Alle wichtigen Hintergrundinfos zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Blogbeitrag: „Doppelbesteuerung von Renten: Aktuelle Entscheidungen des Bundesfinanzhofs“.


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Beitragsbild © Oliver Boehmer – bluedesign® – stock.adobe.com

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Christian Staller

Als Gründungsmitglied, Vorstand und Beratungsstellenleiter unseres Vereins weiß Christian Staller ganz genau was unsere Mitglieder und Beratungsstellenleiter:innen bewegt. Durch seine langjährige Erfahrung im Steuerbereich verfügt er über viel Fachwissen und praktische Erfahrung bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Als Vorstand überblickt er alles rund um die fachliche Kompetenz unseres Lohnsteuerhilfevereins und ist zusätzlich als Dozent im Steuerrecht tätig. Somit ist ihm die Beratungsqualität ein großes Anliegen, damit unsere Mitglieder stets von einer aktuellen und kompetenten Unterstützung profitieren können.